Gedanke zur Quarantäne

Es gehört vermutlich nicht zu den dringendsten Problemen der Zeit, aber ich möchte einmal festhalten, dass ich mich gegen den naseweisen Hinweis verwehre, das Wort „Quarantäne“ werde mit einfachem k ausgesprochen statt mit kw.
Die Begründung lautet dann, dass „Quarantäne“ ein französisches Fremdwort sei, der Anlaut folglich dem Französischen folgen müsse. Ich habe nicht nur die Naseweisen, sondern auch Bastian Sick und sogar den Duden gegen mich, wenn ich diese Logik hiermit anfechte. Meines Erachtens ist „Quarantäne“, anders als die von Sick angeführten „Quiche“ und „Queue“, die mit k anlauten, kein Fremd-, sondern eher ein Lehnwort. Es wird schließlich nicht „Quarantaine“ geschrieben und auch die Aussprache ist längst eingedeutscht: Niemand bestreitet, dass „Quarantäne“ viersilbig ist und das lange ä anders klingt als das französische ai. Nach diesen Kriterien ähnelt es anderen Lehnwörtern aus dem Französischen, wie „Quartier“ und „quittieren“, und sollte folgerichtig ebenfalls mit kw anlauten.
Klugscheißerei ist eine unschöne Sache – aber wenn Sick die Diskussion mit „Ich bin Romanist!“ eröffnet, geht es über meine Kräfte, nicht mit „Ich bin Germanistin!“ zu kontern. Außerdem gehen mir die Naseweisen auf den Nerv, die sich zu allem Übel auf ein Autoritätsargument berufen, das sachlich nicht stichhaltig ist. Ich stelle mir vor, wie Zollbeamte eines deutschen Kleinkurfürstentums einen eingewanderten Pudel erst mal in „Karantäne“ stecken, weil das fein französisch klingt, und so will man doch nun wirklich nicht sein.

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