Im Traum ist eine schreckliche Zeit angebrochen, in der Menschen einander mit Steinen auf den Hinterkopf schlagen, um die, die ihnen im Weg stehen, zu töten. Die Liebste und ich fliehen, während alle Anderen auch im Aufbruch sind. Wir versuchen, nicht zu viele Auschwitzvergleiche zu ziehen. Auf den Straßen sehen wir viele Morde und Ermordete. Wir kommen in ein stilles dunkles Haus und gehen die Treppe hoch. Im ersten Stock läuft uns eine Maus über die Füße, im zweiten eine Katze. Ich fange an, mich besser zu fühlen. Im dritten Stock stoßen wir auf eine merkwürdige Szene: eine hohe fensterlose Kammer mit zwei Doppelbetten, in einem sitzen zwei Alte mit Wollmützen. Sie wenden uns langsam die Gesichter zu und beginnen, mit ihrem Lächeln ein intensiv gelbes Licht auszusenden. Sonnaj, denke ich, das sind Sonnaj, die sich hier seit Jahren vor den Menschen verbergen. Die beiden Alten sehen uns mit gütigen Runzelgesichtern an, zwischen ihnen sitzen weitere Katzen, Kaninchen, ein Reh. Ich wünsche mir heftig, mit der Liebsten das zweite Doppelbett zu beziehen. Dann knarrt die Treppe, und ich ziehe sie in ein winziges Versteck mit einem blauen Sessel, in den wir uns kauern. Ein schwitzender Mensch erscheint: hektisch, suchend. Er kann uns nicht sehen, denke ich, wir sind Sonnaj. Wir gehören einer ganz anderen Art an.